Vom Industriekran zum KulturKran

alter Industriekran

Unter dieser Überschrift wird die KranWerkstatt in der KulturWerkstatt Harburg die Geschichte des gelben Krans im Harburger Binnenhafen in einer Fotoausstellung erzählen.

Die Geschichte des Krans ist ganz eng mit der Entwicklung der Firma Mulch verbunden. Aus einem Kohlenhof hervorgegangen, war sie fast 100 Jahre Nutzerin eines großen Firmenareals auf der Harburger Schlossinsel.

Der gelbe Liebherr-Kran wurde 1972 am Lotsekai aufgestellt und hat bis zur Betriebsverlagerung der Firma Mulch Güterservice 8,5 Mio t Güter, hauptsächlich Schüttgut, vom Wasser auf die Schiene und Straße, umgeladen. Dieser Kran war dafür in seiner aktiven Zeit ständig im Einsatz.

Der Wechsel von der Kohle zum Heizöl, die Weiterentwicklung der Güterbeförderung sowie neue städtebauliche Entwicklungen im Harburger Binnenhafen seit den 1980er Jahren und schließlich im Jahr 2006 ein Tornado, der durch den Hafen fegte, zwangen den gelben Industriekran aufs Altenteil.

Im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs 2005 plädierte das Amt für Denkmalschutz dafür, den Industriekran an seinem Standort als Erinnerung an die bisherige Nutzung zu belassen. Daraufhin übernahm die KulturWerkstatt Harburg e.V. den Kran. Seit der feierlichen Übergabe durch Frau Hanne-Lore Mulch bis heute ist viel passiert.

2009/2010 wurde der Kran mit Mitteln aus dem Städtebauprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, der Arbeit der Beschäftigten einer Qualifizierungsmaßnahme, Sponsorengeldern, viel ehrenamtlichem Engagement, Unterstützern aus Verwaltung und Kultur und zwei richtigen „Kranexperten“, die das Projekt bis heute begleiten, instand gesetzt. Der Kran wurde im November 2007 als Kulturdenkmal in die Hamburger Denkmalliste eingetragen.

beleuchtete Krankabine

Das Ziel, den Kran nicht nur als Kulisse im „maritimen Ambiente“ sondern betriebsfähig –  seit 2013 sogar wieder mit eigenem Stromanschluss – zu erhalten, ist tatsächlich erreicht. Die Fertigstellung wurde mit „HievOp!“ dem „Requiem auf die Krane“ von und mit dem Lichtkünstler Michael Batz im September 2010  gefeiert. Das war auch gleichzeitig seine Einweihung als „KulturKran“. Seitdem ist der Kran bei verschiedenen Veranstaltungen wie dem traditionsreichen Harburger Binnenhafenfest, den Tagen der Industriekultur und dem Tag des offenen Denkmals mit Besichtigungen und Vorführungen („Einmal Kranführer sein“) regelmäßig im bewegten Einsatz. Darüber hinaus gibt es ein Kulturprogramm am Kran, das noch weiter ausgebaut wird. Inzwischen hat der Kran auch wieder Gesellschaft bekommen: Ergänzt durch einen Güterwaggon ist am Lotsekai ein industriekulturelles Ensemble entstanden, das noch um zwei Waggons erweitert wird.

Der Grafiker Ernst Kopf ist Mitglied der KranWerkstatt und hat diese spannende Entwicklung fotografisch begleitet. Eine Auswahl von Fotos seiner eigenen, besonderen Sicht auf den Kran, während der Restaurierungsphase bis zur „Wiederauferstehung“ als KulturKran bis heute, zeigt die KulturWerkstatt Harburg im Rahmen dieser Foto-Ausstellung in ihren Räumen am Kanalplatz 6, 21079 Hamburg (Harburg).

Die Ausstellungseröffnung findet statt am Dienstag, den 25.03.2014, ab 18:30.

Die Ausstellung wird zwei Monate lang zu sehen sein, und zwar während der Öffnungszeiten der KulturWerkstatt Mo und Di 16-19 Uhr und Mi 16-20 Uhr sowie während der Veranstaltungen.

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